Umschulung Kaufmann/frau im Gesundheits­wesen (IHK)

Zielgruppe/Voraussetzungen

Teilnehmer mit Berufserfahrung, die einen guten Hauptschulabschluss, gute Deutschkenntnisse, ausgeprägte Kommunikationsfreude, Organisationstalent, Interesse an medizinischen Fragen und an der Arbeit mit Daten und Zahlen mitbringen.

Zugang

Für arbeitslose Menschen und berufliche Wiedereinsteiger ist eine Förderung durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter mit einem Bildungsgutschein möglich.
Außerdem kann die Teilnahme auf Vorschlag bzw. mit Einwilligung des zuständigen Leistungsträgers der beruflichen Rehabilitation (Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften) erfolgen.

Inhalte/Beschreibung

Berufsbild

Kaufleute im Gesundheitswesen planen und organisieren Arbeits- und Verwaltungsprozesse und wenden dabei sozial- und gesundheitsrechtliche Regelungen an. Sie informieren und betreuen Kunden und beobachten das Marktgeschehen im Gesundheitssektor. Themen wie betriebliches Qualitätsmanagement, Abrechnungen und Marketing spielen im Berufsalltag ebenfalls eine Rolle.

Die Umschulung bietet im 15-monatigen theoretischen Unterricht entsprechend vielseitige Inhalte wie

  • Organisation, Aufgaben und Rechtsfragen
  • Medizinische Dokumentation, Berichtswesen und Datenschutz
  • Medizinische Software
  • Material- und Personalwirtschaft
  • Marketing
  • Qualitätsmanagement
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Finanz- und Rechnungswesen
  • Buchführung
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Kommunikation, Kaufmännischer Schriftverkehr

In einem 9-monatigen betrieblichen Praktikum werden die theoretischen Kenntnisse angewendet und vertieft. Theoretische und praktische Ausbildung sind aufeinander abgestimmt. Das Praktikum findet ausschließlich in ausbildungsberechtigten Betrieben statt. Weiterhin ist eine intensive Prüfungsvorbereitung integriert.

Abschluss

Erfolgreiche Teilnehmer erwerben den Abschluss als IHK „Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen“. Sie erhalten zudem eine Teilnahmebescheinigung.

Reha-Vorbereitungs­lehrgang (RVL) kfm./gew.

Zielgruppe/Voraussetzungen

Erwachsene, die zur Berufsförderung die besonderen Hilfen einer Reha-Einrichtung bedürfen, deren Schulbesuch oder Ausbildung schon länger zurückliegt und bei denen die Auffrischung des schulischen Wissens zur anstehenden Umschulung erforderlich ist. Der RVL ist auch zur strukturellen Vorbereitung auf die Umschulung geeignet.

Zugang

Die Teilnahme an der Maßnahme erfolgt auf Vorschlag bzw. mit Einwilligung des zuständigen Leistungsträgers der beruflichen Rehabilitation (Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften).

Ziel und Verfahren

Der Reha-Vorbereitungslehrgang zielt darauf ab, die Teilnehmer (wieder) an verschiedene Lernsituationen und -orte heranzuführen sowie ihre Fach-, Lern- und Sozialkompetenz zu fördern. Mit der Vermittlung von effizienten Lerntechniken und Auffrischung allgemeinschulischer Kenntnisse sollen zudem schulische Defizite abgebaut und Lernstörungen entgegengewirkt werden. Außerdem werden Ausdauer, Belastbarkeit und Verantwortlichkeit gefördert und an der Steigerung der Selbstständigkeit und Teamfähigkeit gearbeitet.
Unser Team besteht aus Ergo- und Arbeitstherapeuten, Ausbildern und Lehrkräften, Psychologen, Arbeits- und Sozialmedizinern und Sozialpädagogen. Bei Bedarf wird eine Ernährungsberatung hinzugezogen.

Inhalte/Beschreibung

Fachliche Schwerpunkte sind kaufmännisch-verwaltende und gewerblich-technische Berufsbereiche. Der Lehrgang ist nicht auf ein bestimmtes Berufsbild festgelegt, sondern offen für alle relevanten Berufsfelder, um die Vorbereitung auf weitere angestrebte Ausbildungsziele zu ermöglichen. Die Maßnahme wird in enger Zusammenarbeit mit den Fachdiensten der Rehabilitationsträger auf den Einzelfall abgestimmt.

Themen sind:

  • Mathematik, Deutsch und Englisc
  • Lerntechniken und Kommunikation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • EDV: MS Office-Paket
  • Fachpraxis kaufmännisch-verwaltend oder gewerblich-technisch

Abschluss

Wir geben eine Beurteilung und Empfehlung zu Ausbildungsfähigkeit, -richtung und -niveau sowie mögliche Anschlussmaßnahmen und gegebenenfalls auch Hinweise zur Erwerbs- oder Konkurrenzfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Diese basieren auf dem Verlauf der Maßnahme, dem Leistungs- und Lernzuwachs, dem Arbeits- und Sozialverhalten.
Die Rehabilitanden erhalten nach Beendigung der Maßnahme eine Teilnahmebescheinigung.

Reha-Vorbereitungs­lehrgang (RVL Technik)

Zielgruppe/Voraussetzungen

Erwachsene, die zur Berufsförderung die besonderen Hilfen einer Reha-Einrichtung bedürfen und ggf. schon über einen Schulplatz für die Weiterbildung zum Techniker verfügen.

Zugang

Die Teilnahme an der Maßnahme erfolgt auf Vorschlag bzw. mit Einwilligung des zuständigen Leistungsträgers der beruflichen Rehabilitation (Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften).

Ziel und Verfahren

Der Reha-Vorbereitungslehrgang für Techniker dient der Auffrischung von Grundlagenfertigkeiten und spezifischen Kenntnissen in den MINT-Fächern. Ziel sind der Aufbau und die Sicherung der fachlichen Kompetenzen für die Aufnahme einer anschließenden Weiterbildung in einem technisch orientierten Ausbildungsberuf. Die eingesetzten Lehr- und Lernmethoden orientieren sich an den Erfordernissen der Erwachsenenbildung, es kommen besonders Methoden der Handlungsorientierung und Partizipation zur Anwendung.

Inhalte/Beschreibung

Fachlicher Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf die Weiterbildung zum Techniker unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung. Die Maßnahme wird in enger Zusammenarbeit mit den Fachdiensten der Rehabilitationsträger auf den Einzelfall abgestimmt.

Themen sind:

  • (technische) Mathematik
  • Physik
  • Grundlagen Technik
  • (technisches) Englisch
  • Grundlagen EDV
  • Lerntraining
  • Deutsch und Kommunikation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Abschluss

Wir geben eine Beurteilung und Empfehlung zu Ausbildungsfähigkeit und -niveau sowie im Einzelfall mögliche Anschlussmaßnahmen und gegebenenfalls auch Hinweise zur Erwerbs- oder Konkurrenzfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Diese basieren auf dem Verlauf der Maßnahme, dem Leistungs- und Lernzuwachs sowie dem Arbeits- und Sozialverhalten.
Die Rehabilitanden erhalten nach Beendigung der Maßnahme eine Teilnahmebescheinigung.

Abklärung der beruflichen Eignung (AdbE)

Zielgruppe/Voraussetzungen

Erwachsene Menschen mit Rehabilitationsbedarf, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können. Sie sind grundsätzlich noch erwerbsfähig, konnten bisher aber keine klaren Vorstellungen über ihre berufliche Zukunft entwickeln.
Jugendliche und junge Erwachsene

Zugang

Die Teilnahme an der Maßnahme erfolgt auf Vorschlag bzw. mit Einwilligung des zuständigen Leistungsträgers der beruflichen Rehabilitation (Agentur für Arbeit, Deutsche Rentenversicherung oder Berufsgenossenschaften).

Ziel und Verfahren

Wir unterstützen bei der Planung zukünftiger Rehabilitationsschritte und erarbeiten Berufsvorschläge und Empfehlungen unter besonderer Berücksichtigung behinderungsbedingter Einschränkungen. Wir erfassen und beurteilen Vorstellungen und Interessen, Eignung und Neigungen der Rehabilitanden und ihre körperlichen, kognitiven und psychosozialen Voraussetzungen in einem interdisziplinären Team von Ergo- und Arbeitstherapeuten, Psychologen, Mediziner und Ausbildern.

Inhalte/Beschreibung

Grunderprobung:

Wir überprüfen und bewerten mit verschiedenen Instrumenten und standardisierten Tests in einem berufsneutralen, arbeitstherapeutischen Umfeld die elementaren Arbeitsfähigkeiten sowie schulischen Basiskompetenzen. Auf ein Aufnahmegespräch folgen praktische Erprobungen mit einzelnen Arbeitsschwerpunkten wie zum Beispiel: Bürowesen, Handwerk, sitzende und stehende Arbeitshaltungen und das Heben und Tragen von Lasten.

Facherprobung:

Auf Basis der Ergebnisse der Grunderprobung und der Psychologischen Eignungsdiagnostik erfolgt die Facherprobung in kaufmännisch-verwaltenden und/oder gewerblich-technischen Berufsfeldern: Bürowesen, Metallbe- und verarbeitung und technisches Zeichnen. Begleitend finden Gespräche zu den berufsrelevanten Bereichen statt.

Abschluss

Nach der Diagnostik geben wir im Rahmen eines entscheidungsorientierten Gespräches eine individuelle und persönliche Ergebnisrückmeldung. Die Rehabilitanden erhalten nach Beendigung der Maßnahme eine Teilnahmebescheinigung.

Moderne Wundversorgung

Eine effektive Versorgung von Wunden gewährleistet Patienten eine deutlich verbesserte Lebensqualität und idealerweise auch eine raschere Ausheilung. Das Ziel der Wundversorgung ist daher die Verhinderung einer Infektion und die Beschleunigung und Unterstützung der Wundheilung, so dass sich das Gewebe belastungsstabil verschließt. Die fachgerechte und professionelle Versorgung von Wunden, insbesondere auch die Versorgung von chronischen Wunden bedarf einem hohen Maß an Kompetenz. Durch den Einsatz von den richtigen und modernen Methoden kann ein optimaler Verlauf der Wundversorgung und eine bestmögliche Wundheilung sichergestellt werden.

Ziele

Teilnehmer erlangen fundierte Kenntnisse über die Prophylaxe, die Entstehung sowie die Versorgung von Wunden. Sie werden für Assessmentinstrumente sensibilisiert und beschäftigen sich mit verschiedenen Versorgungs- und Therapieansätzen.

Dozentin: Brigitte Sachsenmaier

Brigitte Sachsenmaier, Pflegeexpertin Stoma, Kontinenz und Wunde, freiberufliche Dozentin in der Erwachsenenbildung und Lehrerin für Pflegeberufe

Inhalte

  • Hautanatomie und –physiologie, Wundentstehung, Pathophysiologie von Dekubitus, Ulcus cruris, Diabetischer Fuß
  • Prophylaktische Maßnahmen (Expertenstandard Dekubitusprophylaxe, Diabetischer Fuß)
  • Kompressionstherapie (Arten, Wickeltechnik, Intermittierende Kompression)
  • Hygiene bei der Wundversorgung (Gesetzliche Anforderungen, Infektkontrolle, Untersuchungen)
  • Assessmentinstrumente: Skalen zu Dekubitusrisiko, Schmerz, Ernährung
  • Wundversorgung: Formen und Phasen der Wundheilung, Wundarten, Debridement-Techniken, Wundspülung und Antiinfektiva, Produktkunde
  • Pflege der Wundumgebung
  • Systemische Einflüsse auf die Wundheilung (Schmerz, Ernährung, Lagerung)
  • Rechtliche Aspekte (Durchführungsverantwortung, Remonstrationspflicht)
  • Implementierung des Nationalen Expertenstandards „Chronische Wunde“

Methoden

Theoretische Impulse, Vermittlung von Fachkenntnissen, Reflexion von Praxiserfahrungen

Fortbildungspunkte RbP

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Beatmung bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen

Thema

Pflege und Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen (ALS, GBS, Querschnittslähmung etc.) erfordern spezielles Fachwissen und entsprechende Qualifikationen. Die Therapie zunehmender respiratorischer Insuffizienz stellt hier besondere Anforderungen.

Ziele

Teilnehmer lernen die Leitlinien zur nicht-invasiven und invasiven Beatmung als Therapie akuter und chronischer respiratorischer Insuffizienz und die daraus erwachsenden Qualitätsanforderungen in der Pflege kennen. Sie erhalten praktische Anleitungen zur Umsetzung in Beatmung und Heimbeatmung.

Dozenten

Fachdozenten des RKU

Inhalte

  • Überblick über neurologische Krankheitsbilder, physiologische Grundlagen
  • Beatmung und Heimbeatmung
  • Vorstellung der einschlägigen Richtlinien S2 und S3
  • Sekretmanagement, Gerätekunde
  • Beatmungsverläufe
  • Tracheostomamanagement, Dysphagie
  • Überleitungsmanagement und Entlassmanagement
  • Anforderungen an die Dokumentation
  • Ethische Aspekte

Methoden

Einführungen und praktische Übungen

Fortbildungspunkte RbP

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MH-Kinaesthetics® in der Pflege

Kinaesthetics® hilft Patienten mit begrenzten Bewegungsmöglichkeiten, ihre Ressourcen zu mobilisieren und Bewegungsabläufe zu verbessern. Dies bringt weitere positive gesundheitliche Effekte physischer und psychischer Natur mit sich und wirkt selbstverstärkend, da die Motivation, sich zu bewegen, wächst.
Der Aufbaukurs vertieft die Konzepte der Kinaesthetics® und nimmt speziellen Bezug auf die Bewegungsanalysen.

Ziele

Teilnehmer erweitern auf der Basis des kinästhetischen Konzepts ihre Sensibilität für eigene Bewegungsressourcen und -fähigkeiten sowie die der Patienten. Sie lernen, Patienten wirkungsvoll in der Bewegung zu unterstützen, sodass diese im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv beteiligt sind und der eigene Bewegungsapparat geschont wird.

Dozentin: Theresia Kammerer

Pflegeberaterin und Kinaesthetics-Trainerin, RKU

Inhalte

  • Analyse und Erfahrung der Patientensituation mit Blick auf Bewegung und Aktivitäten
  • Erweiterung der eigenen Bewegungsfähigkeit und Nutzung beim Umgang mit Patienten
  • Schonung des eigenen Bewegungsapparats und Mobilisierung der Ressourcen der Patienten
  • Austausch zur Anwendung im Pflegealltag

Methoden

Einführungen und praktische Übungen – dafür bitte rutschfeste Matten und Socken sowie bequeme Kleidung mitbringen.

Fortbildungspunkte RbP

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