Pflegegrad­management

Thema

Mit Inkrafttreten des PSG II gilt seit 2017 ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der eine Systemveränderung bewirkt hat. Es veränderte sich nicht nur die Herangehensweise, sondern auch die Denkstruktur bei der Beurteilung einer pflegebedürftigen Person grundlegend. Punktwerte haben die Pflegeminuten abgelöst und wurden in eine neue Bewertungssystematik überführt. Für das Personal in der ambulanten und stationären Pflege und im Überleitungsmanagement von Kliniken ist es notwendig, sich eine neue Souveränität bei der Vorbereitung und Begleitung der Begutachtung zu erarbeiten, eine passgenaue Erstbegutachtung in der Klinik und ein zielgerichtetes Überleitungsmanagement nach dem neuen System zu gewährleisten.

Ziele

Die Teilnehmenden erwerben Kenntnisse zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und der zugehörigen Begutachtungsrichtlinie. Sie lernen die neue Herangehensweise bei der Erteilung von Pflegegraden zu verstehen, effizient zu begleiten und ein reibungsloses Überleitungsmanagement zu gewährleisten.

Dozent

Sabine Hindrichs ist Gesundheits- und Krankenschwester, Pflegesachverständige und Betriebswirtin für das Sozialwesen. Als freiberufliche Dozentin ist sie im Fachbereich Langzeitpflege, Betreuung und Pflegemanagement bundesweit tätig und bringt umfassende Kompetenzen zu Expertenstandards, Pflegebedürftigkeit, Dokumentation, Mobilitätsprojekt, Konzepte für Mensch mit Demenz und der Verfahrenspflege nach dem Werdenfelser Weg in ihre Lehre mit ein.

Kursinhalte

  • Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Pflegegrade
  • Vom Hilfebedarf zur Selbstständigkeit – eine grundlegend neue Sichtweise
  • Die neue Begutachtungsrichtlinie (BRi)
  • Aufbau und Anwendung des neuen Begutachtungsformulars
  • Fachliche Ausgestaltung der acht Themenmodule
  • Gewichtung der einzelnen Themenmodule
  • Prävention und Rehabilitation, Hilfsmittel

Methoden

Grundlagenvermittlung zum neuen Begutachtungsverfahren (BRi), theoretische Impulse, Fallbeispiele und Gruppenarbeit.

Fortbildungspunkte RbP

8

Prozessoptimierung in der Patientenbetreuung

Thema

Qualitätsmanagement darf in Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen nicht nur ein Thema der stationsinternen Abläufe sein. Um die Patientenbetreuung nachhaltig zu verbessern, muss die gesamte Prozesskette in den Blick genommen werden. Schnittstellen zwischen einzelnen Abteilungen und Behandlungsprozessen sind hier der kritische Faktor: hier entstehen Friktionen und Ineffizienz, die die Abläufe stören und die Patienten belasten. Auch Mitarbeiter erleben gerade die Schnittstellen als Ursache für Konfliktsituationen und vermeidbare Belastungen.

Ziele

Teilnehmer erhalten eine ganzheitliche Perspektive auf die Betreuungsabläufe und werden für Handlungsbedarf sensibilisiert. Sie identifizieren relevante Schnittstellen im Betreuungsprozess und analysieren mögliche Schwachpunkte in der Verzahnung. Sie entwickeln konkrete Ansatzpunkte, um Abläufe zu optimieren und Kommunikationsprozesse intern wie mit den Patienten zu verbessern. Dabei steht eine realistische Perspektive im Vordergrund, die Einflussmöglichkeiten und Grenzen der Prozessoptimierung im Auge behält.

Dozent

Heike Jurgschat-Geer ist Diplomkauffrau und ausgebildete Krankenschwester und seit 2001 als Beraterin im Gesundheitswesen tätig. Sie verfügt über 20 Jahre Berufserfahrung in der Kranken- und Altenpflege und 15 Jahre Leitungserfahrung in ambulanten und stationären Einrichtungen.

Inhalte:

  • Systematische Analyse von Schnittstellen in den Prozessketten in Krankenhaus und Altenpflegeeinrichtungen
  • Diskussion von Problemstellen auf Basis konkreter Erfahrungen der Teilnehmer
  • Erarbeiten von Lösungsansätzen zur Verzahnung von Prozessen und Kommunikationsabläufen sowie zur Verbesserung von Effizienz, Transparenz und Kundenorientierung
  • Einüben einer ganzheitlichen Perspektive auf Abläufe und Prozesse

Methoden

Kurzvorträge zur Themeneinführung, Workshop mit Gruppendiskussion.

Fortbildungspunkte RbP: 8

Management von Personalengpässen

Thema

Angesichts der Arbeitsmarktlage müssen sich Personalverantwortliche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen auf eine chronisch knappe Personaldecke einstellen. Zusätzliche Engpässe können Abläufe auf eine ernste Belastungsprobe stellen, die Betreuungsqualität gefährdet und Mitarbeiter an ihre Grenzen bringt. Flickwerk hilft hier nicht weiter. Nachhaltige Lösungen müssen auf einem grundlegenden und wirklichkeitsnahen Verständnis der Faktoren und Steuerungsmöglichkeiten basieren.

Ziele

Teilnehmer erarbeiten eine realistische Wahrnehmung der Optionen zum Management personeller Engpässe im Krankenhausalltag. Sie erwerben Wissen über akute Interventionsmöglichkeiten und diskutieren strategische Ansätze im Personalmanagement. Ihre Sachkompetenz zu Anforderungen und Handlungsoptionen beim Management personeller Engpässe wird gestärkt.

Dozent

Gottfried Müller, Diplom-Psychologe, spezialisiert auf den Gesundheitssektor. Krankenpfleger mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Intensivpflege. Seit 1996 Unternehmensberater mit Schwerpunkt Optimierung der klinischen Betriebsorganisation und Arbeitszeitmanagement sowie Trainer und Seminarleiter zu den Themen Schicht- und Dienstplangestaltung, Gesund Führen, präventives Fehlzeiten-Management, Alternsgerechte Arbeitsgestaltung.

Inhalte:

  • Methodische Analyse von Arbeitsanfall und Personalressourcen, Personalzielbedarf und Leistungsumfang
  • Erarbeitung realistischer Optionen ausgehend von bestehendem Personal und Qualifikationsprofilen
  • Anpassung an schwankenden Arbeitsanfall und Personalbedarf
  • Nutzung von Flexi-Ressourcen bei Teilzeit-Modellen im Dialog mit den Mitarbeitenden
  • Kritische Bereiche mit Mindestbesetzungsanforderungen: Notaufnahme, Intensivstation
  • Hinweise auf rechtlich relevante Punkte
  • Führung von Mitarbeitenden in Engpass-Situationen
  • Reaktions- und Gestaltungsmöglichkeiten beim Ausfallmanagement:
  • Akut:
    – Analyse von Besetzungsoptionen
    – Nutzung von Pools, Stationsverbänden
  • Strategisch
    – Schaffung von Personalpuffern über Qualifizierungsmaßnahmen
    – Anpassungen von Leistungsumfang oder Terminierung
  • (Tatsächliche) Grenzen des Möglichen erkennen und handeln

Methoden

Kurzvorträge zur Themeneinführung, Workshop mit Gruppendiskussion, Klärung einrichtungsspezifischer Grundlagen erfolgt gegebenenfalls im Vorfeld nach Anmeldung.

Fortbildungspunkte RbP

8

Dienstplangestaltung

Thema:

In Zeiten dünner Personaldecken im Krankenhaus und in Pflegeeinrichtungen gewinnt die Gestaltung von Dienstplänen an Bedeutung – gleichzeitig stößt sie auf wachsende Herausforderungen. Dienstplanverantwortliche stehen dabei vor der Aufgabe, nicht nur effiziente Abläufe in einem komplexen Umfeld sicherzustellen, sondern auch die Mitarbeiterbindung im Auge zu behalten, um weiteren Engpässen vorzubeugen.

Ziele:

Teilnehmer lernen Grundlagen und Methoden systematischer Dienstplangestaltung kennen und wenden diese auf die eigene Praxis an. Sie erarbeiten ein Verständnis der Dienstplangestaltung als Werkzeug der Mitarbeiterbindung.

Dozent

Gottfried Müller, Diplom-Psychologe, spezialisiert auf den Gesundheitssektor. Krankenpfleger mit mehrjähriger Berufserfahrung in der Intensivpflege. Seit 1996 Unternehmensberater mit Schwerpunkt Optimierung der klinischen Betriebsorganisation und Arbeitszeitmanagement sowie Trainer und Seminarleiter zu den Themen Schicht- und Dienstplangestaltung, Gesund Führen, präventives Fehlzeiten-Management, Alternsgerechte Arbeitsgestaltung.

Inhalte:

  • Handlungsbedarf bezüglich der Dienst- und Schichtplanung
  • Erstellung des Basis-Wochenbesetzungsplans
  • Optimierung von Dienstzeiten
  • Definition von Dienstplan-Gruppen
  • Umgang mit Wünschen und Verfügbarkeitseinschränkungen
  • Integration von Teilzeit-Modellen
  • Tipps für die Urlaubsplanung
  • Erstellung und Nutzung von Rahmendienstplänen
  • Steuerung und Ausfallmanagement
  • Flexi-Regelungen
  • Hinweise auf rechtlich relevante Punkte
  • Vertiefung im Dialog mit Teilnehmern an deren Praxisbeispielen

Methoden

Kurzvorträge zur Themeneinführung und Demonstration der Methoden anhand von Praxisbeispielen. Gruppendiskussion und Fragen zur Praxisanwendung. Das Seminar arbeitet softwareübergreifend mit Grundsatzklärungen zum Softwareeinsatz.

Fortbildungspunkte RbP

8